Das Jahr 2012 beginnt im Landesklinikum Wiener Neustadt gleich ganz besonders – mit einem klinikeigenen Neujahrsbaby sozusagen: DGKS Cornelia Habeler von der Stroke Unit ist die stolze Mutter des Neujahrsbabys 2012. Die kleine Maya erblickt am 1. Jänner um 12:28 Uhr mit 49 cm und 3,25 kg das Licht der Welt.

Und noch etwas Berührendes gibt es zu feiern: DGKS Sandra Kaiser und OA Dr. Daniel Csomor, Abteilung für Anästhesie, Notfall- und Allgemeine Intensivmedizin, sind Lebensretter. Im Schwimmbad Aqua Nova in Wiener Neustadt verliert ein elfjähriger Bub während eines Tauchkurses das Bewusstsein und wird vom Trainer sofort aus dem Wasser gezogen. Kaiser und Csomor, die mit ihren Kindern ebenfalls den Schwimmkurs besuchen, starten sofort die wiederbelebenden Maßnahmen. Der Bub kommt wieder zu Bewusstsein und wird ins Landesklinikum Wiener Neustadt gebracht.

Besucherrekord beim Neujahrsempfang

Neujahrsempfang in der Arena Nova: Mehr als 900 Mitarbeiter, Ehrengäste und Partner des Landesklinikums Wiener Neustadt waren der Einladung der Klinikleitung gefolgt und genossen einen entspannten und abwechslungsreichen Abend. Höhepunkt dabei war zweifelsohne die Show des Cirque Nouvel. "Die Kliniken der Thermenregion befinden sich mit vier Standort-Neubauten gegenwärtig im Umbruch. In Wiener Neustadt entsteht in den nächsten Jahren ein Zukunftsklinikum, das sich gemeinsam mit  MedAustron als europäisches Krebskompetenzzentrum etablieren wird. Auf diesem eingeschlagenen Weg kommt dem Engagement und Know-how der Mitarbeiter besondere Bedeutung zu", so LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka. Als besonderes Neujahrsgeschenk wurde den Mitarbeitern das Nachnutzungskonzept der durch den Raumzellenbau frei gewordenen Räume präsentiert.

Neuer Abteilungsleiter

Die HNO-Abteilung bekommt eine neue Leitung: Prim. Univ.-Prof. Dr. Johannes Kornfehl, MBA. Von 1993 bis 1997 war er Leiter der Ambulanz der Abteilung für Allgemeine HNO, danach stationsführender und teamführender Oberarzt, Leiter des Interdisziplinären Behandlungsschwerpunkts Onkologie, seit 2006 ist er Ärztlicher Leiter beim Aufbau eines Qualitäts-Risikomanagement-Systems und einer ISO-Zertifizierung. Sein Ziel ist, die Abteilung zu einem Qualitätszentrum für onkologische Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich weiterzuentwickeln.

Kernthema Bildung – ausgezeichneter Ärzte-Ausbilder

Die NÖ Ärztekammer befragt regelmäßig die Turnusärzte, in welchen Abteilungen sie sich besonders gut ausgebildet fühlen. Gleich zwei Mal hintereinander kann das Landesklinikum Wiener Neustadt unter den drei Besten landen, und zwar mit Prim. Prof. Dr. Peter Bösch, langjähriger Leiter der Orthopädie: "Wir haben seit Beginn großen Wert auf eine kontinuierliche Ausbildung der uns zugeteilten Turnusärzte und Assistenten gelegt." Da das Fach Orthopädie im Turnus nicht vorgesehen ist, in der Kassenpraxis des Allgemeinmediziners aber fast 50 Prozent der Patienten ausmache, seien er und sein Team bestrebt, den Turnus-
ärzten sehr rasch das praktische Handwerkszeug zur Behandlung der einfachen orthopädischen Erkrankungen mitzugeben. Die Fortbildungseinheiten außerhalb der Dienstzeit – mindestens einmal pro Woche zwischen 7:00 und 7:30 Uhr – werden von den Turnus-
ärzten gut angenommen und offensichtlich mit dieser positiven Bewertung bedankt, sagt Bösch. "Hervorheben möchte ich das besondere Engagement meiner beiden Oberärzte Dr. Nikolaus Hütter und Dr. Thomas Wagner, die das Ausbildungsprogramm erarbeitet und koordiniert haben. Unsere Turnusärzte haben strukturierte Handbücher, die sie während der Zeit auf unserer Abteilung begleiten."

Prim. Prof. Dr. Peter Bösch, der vorige Leiter der Orthopädie, galt als hervorragender Ärzte-Ausbilder. Auch der aktuelle Leiter der Orthopädie in Wiener Neustadt und Neunkirchen, Prim. Dr. Alfred Ungersböck, arbeitete nach seiner Facharztausbildung in der Schweiz als Orthopäde bei Bösch.

Kämpfen gegen Ärztemangel

Wie wichtig es ist, interessierte Jungärzte intensiv an das Landesklinikum zu binden, zeigt die Diskussion um den langsam spürbaren Ärztemangel in den Landeskliniken. Dazu lädt Gesund&Leben Intern 2012 zur Diskussionsrunde "Im Dialog", zu der auch Prim. Univ.-Doz. Dr. Robert Müllegger, Leiter der Dermatologie im Landesklinikum Wiener Neustadt, eingeladen ist. Er kümmert sich über die Grenzen des Landesklinikums hinaus um die Ausbildung der Jungärzte und bietet im Herbst 2012 bereits den zweiten Derma-Workshop für Turnusärzte an, der deren Ausbildung mit besonders relevanten Themen für die allgemeinmedizinische Praxis ergänzt. Müllegger schlägt vor, bereits erfahrene Jungmediziner nach der Famulatur zum Ferialjob als Helfer im OP einzuladen, als sogenannte Operationsssistenten: "Dabei können Klinikum und Jungarzt einander kennenlernen und haben eine Chance, eine Bindung aufzubauen – und die Turnusärzte werden entlastet, weil sie nicht so oft bei immer gleichen OPs assistieren müssen." Zum Thema Arztbriefeschreiben als Angelegenheit der Turnusärzte sagt er: "Wenn sie dabei den gesamten Verlauf einer Erkrankung erfassen und zusammenfassen müssen, lernen sie was, das ist dann wirklich Ausbildung." Und Müllegger, der an seiner Dermatologie zwölf Stamm- und vier Turnusärzte hat, plädiert für einen genauen Blick auf die Schüler-Lehrer-Beziehung, die er sich für den Nachwuchs wünscht: "Es ist anstrengend, einen Jungmediziner zu führen, ihm kleine Aufträge zu geben und die dann abzufragen – aber nur so fliegt der Ball hin und her, und Schüler und Lehrer haben Freude daran. Für mich ist das Weitergeben von Wissen eine meiner Lieblingsbeschäftigungen." Die Art, wie er die Ausbildung beschreibt, klingt übrigens genau wie die Arbeit im Klinisch-Praktischen Jahr, die ab Sommer 2014 in den Landeskliniken startet.

Lernen für sichere Qualität

Noch ein Thema beherrscht die Diskussionen im medizinischen Bereich im Jahr 2012: Zahlen über die Ergebnisqualität der Behandlungen. Um sie verbessern zu können, sollen Abteilungsleiter die Krankengeschichten einer anderen Abteilung analysieren – sozusagen auf Augenhöhe, in sogenannten Peer Reviews. 21 Primarärztinnen und -ärzte der NÖ Landeskliniken haben sich 2011 zu Peers ausbilden lassen, vier kommen aus dem Landesklinikum Wiener Neustadt: Internist Prim. Univ.-Doz. Dr. Friedrich Längle, Kinderärztin Prim. Dr. Doris Ehringer-Schetitska, Orthopäde und Unfallchirurg Prim. Dr. Alfred Ungersböck und Anästhesist Prim. Dr. Helmut Trimmel.

Grundlage für diese Peer Reviews sind die jeweiligen Zahlen der Qualitätsindikatoren A-IQI (Austrian Inpatient Quality Indicators). Erhoben werden die Daten – entwickelt durch Vorarbeit der NÖ Landeskliniken-Holding – mittlerweile in ganz Österreich, vergleichen kann man sie mit denen deutscher und Schweizer Kliniken. Liegt eine Abteilung bei einem bestimmten Krankheitsbild oder einer Behandlung signifikant außerhalb des Zielbereiches, wird sie unter die Lupe genommen: Die NÖ Steuerungsgruppe beschließt, welche Themen und Abteilungen untersucht werden. Die interdisziplinär besetzten Review-Teams bestehen aus einer Koordinatorin sowie zwei bis drei Reviewern. Sie kommen in die Abteilung und besprechen mit dem jeweiligen Abteilungsleiter detailliert einzelne Fälle. Die Ergebnisse halten die Peers und der betroffene Primararzt gemeinsam in einem Protokoll fest, ebenso Maßnahmen, die daraus gezogen werden.

Prim. Trimmel berichtet, ursprünglich habe er die Sorgen mancher Kollegen geteilt, das Peer-Review-Verfahren würde viel Zeit kosten, aber wenig bringen. Doch mittlerweile sei er sehr überzeugt vom Nutzen dieser Verfahren: "Es geht primär um die Sicherheit in der Leistungserbringung und um die richtigen Werkzeuge dafür – und da ist ein Gespräch unter Gleichgestellten immer die beste Lösung." Peer-Review-Verfahren seien ein wesentlicher Baustein für die Qualitätssicherung, meint Trimmel. Und sie unterstützen seiner Meinung nach den Prozess des lebenslangen Lernens. Regionalmanager DI Alfred Zens, MBA, war bei den Abschlussgesprächen der Peer-Review-Verfahren in der Thermenregion dabei: "Es gibt konkrete
Ergebnisse und daraus folgende Handlungen, wie zum Beispiel den Stroke-Gipfel in der Region, oder die Bemühungen, Dokumentation und Kodierung zu verbessern." Das Gespräch sei sehr offen und konstruktiv gewesen, in einer vertrauensvollen Atmosphäre: "Niemand geht als Verlierer hinaus".  Der Regionalmanager spricht von einer völlig neuen, offenen Fehlerkultur, die Lernen ermögliche und positiven
Entwicklungen Tür und Tor öffne.

Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule bekommt eine neue Leiterin, Daniela Schnell. Gesund&Leben INTERN präsentiert sie.

Neue Leiterin der Schule

Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege bekommt 2012 eine neue Leiterin: Die damals 45-jährige Daniela Schnell übernimmt diese Aufgabe. Die Pflegeexpertin ist auch ausgebildete Mittelschullehrerin und damit geradezu prädestiniert für die Aufgabe der Schulleiterin. Gesund&Leben Intern widmet ihr ein Cover und dazu ein Porträt.

Radiologietechnologen

Bildung ist in allen Bereichen ein wichtiges Thema. So schließen 2012 sechs Radiologietechnologen des Landesklinikums Wiener Neustadt das Masterstudium "MedTech" an der FH Wiener Neustadt ab. Das englischsprachige Studium dauert zwei Jahre, Themenschwerpunkte sind u. a. konventionelle und funktionelle Bildgebung, konventionelle Strahlentherapie und Ionentherapie, Process Engineering sowie Führungs- und Wissensmanagement. Radiologietechnologen sind wichtige Mitarbeiter in der Strahlentherapie im Landesklinikum.


Ein Neujahrsbaby aus dem Klinik-Team: Mama DGKS Cornelia Habeler mit Maya, umringt von Gratulanten: Prim. Dr. Christian Gamper, Oberhebamme Eva Steinlechner, Bereichsleitung DKKS Evelyne Peinsipp und DGKS Karin Perner in Vertretung der Pflegedirektion und Stationsleitung DKKS Marietta Kiernbauer gratulieren.


Der Ärztliche Direktor Prim. Univ.-Doz. Dr. Paul Christian Hajek gratuliert den Lebensrettern DGKS Sandra Kaiser und OA Dr. Daniel Csomor (hier mit ihren drei Kindern) und überreicht ihnen als Dankeschön eine kleine Aufmerksamkeit.


Der Cirque Nouvel zog die Zuseher mit eindrucksvoller Artistik in seinen Bann.


Waren begeistert von der Show des Cirque Nouvel: (v.l.) Dietmar Dorninger, Theresia Spitzer, Otto Steflicek, LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka, Peter Stiedl und Johann Dutter


Die Organisatoren des Neujahrsempfangs: Mag. (FH) Markus Neuwirth, MSc, MBA, Pressekoordinatorin Barbara Fenz, Regionalmanager DI Alfred Zens, MBA

Ein Beispiel für Kunst im Klinikum
Im Zentralröntgeninstitut des Landesklinikums Wiener Neustadt fand die Vernissage EMOTIONEN von Norbert Nakovich, Leiter der EDV-Abteilung, statt. Zahlreiche Besucher bewunderten die Bilder seiner ersten Vernissage. Seit mittlerweile fünf Jahren malt er in den verschiedensten Techniken, insbesondere in Acryl- sowie Schütttechnik. Seine Leidenschaft für die Malerei entdeckte er 2006 und brachte sich autodidaktisch verschiedene Techniken bei. "Es macht mir Spaß, selbst Techniken und neue Materialien auszuprobieren, um zu sehen, was dabei herauskommt", erklärt der Künstler.

Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger, Ärztlicher Direktor Prim. Univ.-Doz. Dr. Paul Christian Hajek und der Kaufmännische Direktor Mag. Andreas Gamlich (v.l.) gratulierten Norbert Nakovich (2.v.l.) zur gelungenen Ausstellung.


Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule bekommt 2012 drei neue Lehrkräfte sowie eine neue Sekretärin: DGKS Eva Andrsch-Raith, MSc, DGKP Robert Grabner und die akademische Pflegepädagogin Ingrun Pfannenstill können auf langjährige Erfahrung in den verschiedensten Bereichen der Pflege zurückblicken. Der Sekretariatsbereich erhält Unterstützung von Susanne Kral, die von der Verwaltung in die Schule wechselt.


Sechs Radiologietechniker feiern ihren Master-Abschluss: (v.l.) RT Ing. Harald Hentschel, MSc, RT Werner Woltron, MSc, RT Judith Fuchs, MSc, RT Christian Reschl, MSc, RT Andrea Freiler, MSc, Ärztlicher Direktor Prim. Univ.-Doz. Dr. Paul Christian Hajek, RT Andreas Riegler, MSc, und Prim. Univ.-Doz. Dr. Brigitte Pakisch


Einsatz für die betriebliche Gesundheitsförderung: (v.l.) interim. stv. Pflegedirektorin DGKS Michaela Faulhaber, MBA, Bereichsleitung DGKP Dieter Vorraber und DGKS Heidi Leitgeb und Pflegedirektorin Dr. Evelyn Fürtinger, MAS


Über großes Lob für das Team der Kinderabteilung freuen sich: (v.l.) Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, DKKS Andrea Höld, Prim. Dr. Doris Ehringer-Schetitska und DGKS Jennifer Bacher