Das Landesklinikum Wiener Neustadt ist nach St. Pölten das zweite Klinikum in Niederösterreich, das einen leistungsstarken PET-Computertomographen hat. Er dient zur Versorgung der Krebspatienten im südlichen Niederösterreich und der angrenzenden Bundesländer. Zusätzlich wurde auch der technische Standard der beiden bestehenden Gammakameras – eine davon ist mit einer SPECT-Funktion ausgestattet – angehoben. Insgesamt wurden ca. 2,7 Millionen Euro in dieses Projekt investiert. Durch den PET-CT und die anderen Erneuerungsmaßnahmen des nuklearmedizinischen Bereiches können Tumore besser lokalisiert und Diagnosen damit leichter und schneller gestellt werden.

Eine Gammakamera nimmt mittels eines geeigneten Detektors über einen längeren Zeitraum die Strahlung, die vom Patienten wegen der Applikation des Radiopharmakons (spezielles Kontrastmittel) abgegeben wird, auf, wobei der Detektorkopf der Gammakamera über oder unter dem zu Untersuchenden positioniert ist und sich bei der Aufnahme nicht bewegt. Bei der "Single Photon Emission (computed) tomography" (SPECT) bewegt sich der Detektorkopf der Gammakamera um den zu Untersuchenden.

Die Positronen-Emissions-Tomographie zählt zu den sogenannten bildgebenden Untersuchungsverfahren, genau wie herkömmliches Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie oder Ultraschall. Von der Methode her ähnelt die PET am ehesten der Szintigraphie. Moderne Geräte können die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der Computertomographie (CT) verbinden.

Der PET-CT erzeugt Schnittbilder von lebenden Organismen, indem er die Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz im Organismus sichtbar macht und damit biochemische und physiologische Funktionen abbildet. Patienten erhalten diese "Tracer" in die Blutbahn gespritzt. Durch den Zerfall des radioaktiven Tracers werden Positronen frei. Diese positiv geladenen Elementarteilchen sind instabil und bleiben nicht bestehen. Bei ihrem "Verschwinden" wird Energie frei. Sie kann mit einem Detektor gemessen werden. Daraus berechnet ein Computer Bilder. Je mehr Radiopharmakon in eine Zelle gelangt, desto mehr Strahlung geht von dieser Zelle aus.

Die meisten Tumorzellen verbrauchen mehr Zucker als gesunde Zellen. "Füttert" man sie mit radioaktiv markiertem Traubenzucker, setzen sie auch mehr Strahlung frei und lassen sich auf PET-Bildern gut von gesundem Gewebe unterscheiden. Gewebe mit schnellem Stoffwechselumsatz und hohem Zuckerverbrauch erscheinen auf grauen PET-Bildern als besonders dunkle, auf Farbbildern als besonders leuchtende Flecken.

Vorteile für die Patienten:

- Kurze Anfahrtswege und raschere Termine – Therapieverzögerungen gehören der Vergangenheit an (bisher gab es nur einen PET-CT für ganz NÖ).

- Schnelle Befundergebnisse für Krebspatienten – damit geringere psychische Belastung für Patienten und Angehörige.

- Dank der rascheren Diagnose und Therapie steigen die Heilungs- und Überlebenschancen für die Patienten.

Der PET-Computer- tomograph eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Diagnose von Tumorerkrankungen.


Der PET-CT steht in einer eigens dafür angefertigten Raumzelle, die im Februar 2011 geliefert wurde. Im Frühjahr 2011 startete der Probebetrieb, im Juli 2011 ging er offiziell in Betrieb.